Ich kann nur für mich sprechen, bin aber relativ sicher, dass von mir geschätzte Kollegen, die ihre Energien ebenso aufwenden, sich des Wahnsinns unserer Zeit schreibend entgegenzustellen, ähnliche Erfahrungen in den letzten Wochen gemacht haben. Seit geraumer Zeit kommentieren hier Leute, die im aggressiven Tone am Inhalt meines Schreiben Anstoß nehmen. Da ich bekanntlich zensiere, wird hiervon wenig in diesen Räumen gelesen – daher teile ich es auf diesem Wege mit.
Inhaltliche Kritik ist natürlich immer erlaubt, wenn sie sinnvoll ist, wenn sie nicht an den Grundfesten von Aufklärung und Humanität rüttelt und meint, sie müsse mit zynischem Kalkül Widerlichkeiten zur freien Meinung krönen. Auch kritische Worte zur stilistischen Aufmachung meiner Zeilen sind machbar, auch wenn es mich zuweilen ärgert, wenn man sich an solchen Nebensächlichkeiten aufhängt. Doch was sich aber seit Tagen und Wochen hier immer wieder ergießt, ist ein aggressiver Ton der Beschwichtigung, der alle Inhalte, all meine Empörung über Mißstände, meine ehrliche Entrüstung am real Gegebenen, zu einer Übertreibung herabmindern will. Weder würden Arbeitslose so leiden, noch würde die Bundeswehr unehrenhaft handeln und auch der Roma würde weniger angstvoll leben müssen, wie man das gemeinhin wahrnimmt, wie ich das gemeinhin wahrnehme. Besonders infam unterstellt man mir “Hetze von der anderen Seite”, weil ich eigentlich lebenswerte Zustände in Grund und Boden schrübe, wenngleich natürlich wenig talentiert und stilistisch zum Haareraufen.
Verfasst von Redaktion 


